Preissteigerungen bei E-Bikes

Bereits heute ist absehbar, dass Fahrräder und auch E-Bikes in 2021 Mangelware sind. Die Ursachen sehen Experten in der Corona-Krise und der mit der Pandemie verbundenen Unterbrechung der Lieferketten. Für Kunden ergeben sich lange Wartezeiten oder Kompromisse bei der Anschaffung.

Im Frühjahr und im Sommer 2020 wurde im fernen China über Wochen gar nicht oder nur auf einem niedrigen Niveau produziert. Denn die erste Welle der Pandemie hatte das Land urplötzlich lahmgelegt, Lock Downs und Quarantäne sorgten für leere Werkhallen nicht nur in der Fahrradproduktion. Weil aber auch europäische Hersteller ihre Modelle in großem Umfang im Reich der Mitte anfertigen lassen, ergaben sich in unseren Breiten erhebliche Lieferengpässe.

Die „Werkbank der Welt“ im Lock Down

Laut KMC, einem wichtigen Hersteller von Fahrradkomponenten aus Taiwan, verlängerte sich der Zeitraum vom Auftragseingang bis zur Auslieferung deutlich. Mindestens 180 Tage muss der Kunde auf die Verfügbarkeit einer Fahrradkette warten, bei Sätteln, Bremsen und Rädern kann sogar ein ganzes Jahr ins Land gehen, bis die Produkte fertiggestellt sind.

Als Folge ist das Angebot in den hiesigen Läden und Onlineshops mittlerweile äußerst bescheiden. Denn der Markt wird nicht erst mit Corona, sondern auch von anderen Faktoren unter Druck gesetzt.

Nicht wenige Fahrradproduzenten haben ihre neuen Modelle schon im Juni 2020 der Öffentlichkeit präsentiert. Was verfügbar war, wurde aufgrund der absehbaren Knappheit sofort verkauft. Denn besonders das E-Bike wurden massiv nachgefragt, und diese Margen fehlen dann in der Fahrradsaison 2021.

Fahrradfahren wird attraktiver

Während der Covid-19-Pandemie kam es zu Entwicklungen, die das Fahrrad zunehmend beliebter werden ließen. Aufgrund der erhöhten Ansteckungsgefahr mieden viele die öffentlichen Nahverkehrsmittel, der Autoverkehr ging wegen des Produktionsstillstands in vielen Branchen deutlich zurück. Und das Rad wurde auch durch die innovativen Pop-Up-Fahrradwege mehr und mehr für viele Verkehrsteilnehmer interessant. Schon vorher war das Bewusstsein in der Bevölkerung gestiegen, dass Radfahren der persönlichen Gesundheit zugute kommt.

Die hohe Nachfrage überrascht die Hersteller

Die Fahrradproduzenten konnten deshalb schon vor den Einschränkungen durch das Virus mit Optimismus in die Zukunft blicken. Seit Jahren stieg der Verkauf in Europa kontinuierlich an, aber durch Corona kam es zusätzlich zu einem sprunghaften Anstieg des Kundeninteresses. Die Unternehmen wirkten einfach überfordert, waren dem Ansturm nicht gewachsen und konnten aufgrund der Lieferzeiten der schnell wachsenden Nachfrage nicht entsprechen.

Welche Fahrradsaison?

Auch der Fahrradhandel ist ein Saisongeschäft. In vielen Branchen ist das Phänomen bekannt, dass die Verkaufszahlen im Frühjahr und im Sommer ansteigen. Aber im Herbst nimmt das Interesse allmählich ab, bevor es im Winter zum Erliegen kommt. Im vergangenen Jahr war alles anders: In extrem kurzer Zeit stieg der Absatz auf ein extremes Niveau und wollte in der Folge nicht nachlassen.

Ohne Manpower keine Produktion

Aber die Ursache ist nicht nur die mangelnde Verfügbarkeit der Komponenten, denn die Ausfälle beginnen viel früher. Rohstoffe und Materialien sind nicht ausreichend vorhanden, so dass die erforderlichen Teile gar nicht erst hergestellt werden können. Personelle Engpässe entstehen durch Erkrankungen und Quarantäneregelungen, das führt wiederum zu Unterbesetzungen in den Fabriken. Eine neue Werkhalle oder Montagestrecke nutzt aber wenig, wenn die Beschäftigten sie nicht in Betrieb nehmen können. Die Folge ist, dass die Fahrradindustrie das zur Verfügung stehende Potential nicht ausschöpfen kann.

Frachtkosten steigen mit dem Anstieg der Lieferungen

Mittlerweile läuft die Wirtschaft in China und anderen asiatischen Ländern wieder auf Hochtouren. Die Containerschifffahrt ist wieder ausgelastet, damit steigen die Frachtkosten. Nicht nur für das E-Bike finden sich wieder vermehrt Kunden, auch Haushaltswaren und Elektroartikel erfreuen sich verstärkter Nachfrage. Deshalb entsteht auch ein höherer Bedarf an Transporten aus dem fernen Asien. Zur Zeit können die Reedereien nicht ausreichend Frachtraum zur Verfügung stellen, deshalb steigen auch die Transportkosten in schwindelerregende Höhen. Der Preis eines Standard-Containers erhöhte sich von 1 000 US-Dollar (Oktober 2020) auf mehr als 6 000 US-Dollar im Januar 2021.

Wie reagiert der Kunde?

Der Handel erhält bereits seit Dezember letzten Jahres Informationen von den Herstellern, dass der Einkaufspreis für E-Bikes ansteigen wird. Der Kunde wird einen Teil der Preissteigerungen übernehmen müssen. Seit Februar ist bei einem Giant Bike mit einer Erhöhung von 4 Prozent zu rechnen, ein Trek E-Bike verteuert sich gar um 5 Prozent (Stand Januar).

Das Ergebnis: Steigende Preise

Für 2021 ist das Verhalten der Kundschaft leicht vorhersehbar. Ein geringes Angebot trifft auf motivierte Käufer, die Waren erwerben wollen, die nicht in ausreichender Menge vorhanden sind. Deshalb werden die Bikes, die den Händler erreichen, sehr schnell verkauft sein.

Schlimmer noch: Mit einem ausreichenden Nachschub ist kaum zu rechnen. Denn die Hersteller beschäftigen sich zur Zeit bereits mit der Saison 2022 und bereiten die neuen Modelle vor. Die Fabriken ihrerseits arbeiten bereits an den Komponenten für das neue Sortiment. Deshalb fehlt es an der nötigen Zeit, für Nachschub zu sorgen, wenn ein bewährter Artikel in Europa weiter nachgefragt wird.

Wie reagiert der Handel?

Der Fahrradhändler steht den für ihn verheerenden Entwicklungen machtlos gegenüber. Er hat keinen Einfluss auf Frachtraten oder Produktionsstrukturen am anderen Ende der Welt und ist den Folgen unsteter Warenströme hilflos ausgeliefert. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als seine Kunden um Verständnis zu bitten und Kompromisse anzubieten. Wenn das Wunsch-Bike nicht lieferbar ist, schlägt er vergleichbares Modell vor, das in nicht allzu ferner Zeit eintreffen kann. Der frustrierte Radler kann sich zusätzlich über das Internet informieren, welches Rad im Shop „sofort lieferbar“ ist. Sogar Partnerhändler werden eingeschaltet, um rechtzeitig für Ersatz zu sorgen.

Leasing als Alternative

Für den Kunden bleibt die Situation – Internet hin oder her – jedoch unbefriedigend. Nicht jeder will auf das gewünschte Bike verzichten und ein weniger geeignetes akzeptieren. Denn immerhin entstehen ihm so Kosten, die er nicht für das von ihm erwartete Produkt ausgeben soll. Viele verabschieden sich deshalb vorübergehend von ihrer Wunschvorstellung, um im nächsten Jahr erneut ihr Glück zu versuchen.

Denn nicht jeder will mit dem zufrieden sein, was in Taiwan gerade auf Halde liegt. Allerdings hat der Kunde die Möglichkeit, sich für das Fahrrad Leasing zu entscheiden. Auf diese Weise kann er sofort ein Rad nutzen und ist nicht länger den Unwägbarkeiten des Welthandels ausgeliefert. Leasing ist auch in anderen Bereichen immer wieder eine zusätzliche Möglichkeit, um mobil zu bleiben trotz schwieriger Umstände. Fahrrad Leasing macht da keine Ausnahme, und der Kunde kann weiter als Radfahrer unterwegs sein, mit allen von ihm geschätzten Vorteilen.

Comments (1)

  1. Frisuren Machen

    Und schon was mehr gelernt! Ein guter Text welchen du geschrieben hast.
    Es ist nicht so einfach zu diesem Thema im www was zu finden.

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